Angesichts der aktuellen Dürre fordert der Bauernverband erneut finanzielle Hilfen für landwirtschaftliche Betriebe. Für die FREIEN BAUERN ist das der falsche Ansatz – eine wirkliche Unterstützung sähe nach ihrer Ansicht so aus:
Abschaffung von Importen, die unter deutlich niedrigeren Standards für Tierhaltung, Umwelt- und Verbraucherschutz erzeugt werden wie in der deutschen Landwirtschaft. Denn Billigwaren aus dem Ausland führen zu zusätzlichen Umweltschäden, benachteiligen die heimische Landwirtschaft und täuschen letztlich die Verbraucher über die Produktionsbedingungen. Eine solche Wettbewerbsverzerrung zulasten der deutschen Landwirtschaft ist nicht gerechtfertigt.
Eine deutliche Überarbeitung und Reduzierung der bürokratischen Hürden. Der bürokratische Aufwand muss in erheblichem Umfang minimiert werden, um den Kostendruck auf die landwirtschaftlichen Betriebe zu senken und wieder zu einem stärker von Pragmatismus und Praxisnähe geprägten politischen Handeln zurückzufinden.
Die gute fachliche Praxis muss wieder stärker im Vordergrund stehen. Dazu gehört auch eine wettbewerbsfähige Energieversorgung der Landwirtschaft. Agrardiesel muss zu Preisen verfügbar sein, die es unseren landwirtschaftlichen Betrieben ermöglichen, auch innerhalb Europas wettbewerbsfähig zu bleiben. Es ist nicht nachvollziehbar, dass Kerosin weitgehend steuerfrei eingesetzt werden kann, während die Landwirtschaft für die Produktion von Nahrungsmitteln mit hoch besteuerter Energie arbeiten muss. Auch dadurch wird die heimische Landwirtschaft im Wettbewerb benachteiligt. Fakt ist: Eine Entlastung der landwirtschaftlichen Betriebe bei den Energiekosten würde nicht automatisch zu höheren Lebensmittelpreisen führen. Etliche Beispiele zeigen, dass der Anteil der landwirtschaftlichen Erzeuger an der gesamten Wertschöpfungskette eines Lebensmittels vergleichsweise gering ist. Nehmen wir den Brötchenpreis: Dem Bauern verblieben 1970 noch 19,2 Prozent, heute sind es weniger als 5 Prozent.
„Wir wollen keine kurzfristigen Almosen, die unsere Betriebe gerade so von einem Jahr ins nächste retten“, sagt Frieda Salzwedel von den FREIEN BAUERN. „Statt immer neues Geld in Krisenhilfen zu stecken, muss die Politik endlich Rahmenbedingungen schaffen, unter denen bäuerliche Familienbetriebe von ihrer Arbeit und ihren Produkten leben können.“
Die FREIEN BAUERN fordern die konsequente Anwendung des Landwirtschaftsgesetzes. Es muss endlich Schluss damit sein, dass der heimische Agrarsektor den Interessen der Industrie und ihrer Exportwirtschaft untergeordnet wird. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass hochpreisige Industrieprodukte aus Deutschland auf den internationalen Märkten zunehmend an Akzeptanz verlieren und die früher erreichte Marktdurchdringung nicht mehr erzielen.Was bedeutet: Der bisherige Kurs der Bundesregierung geht offensichtlich nicht auf.
Statt die bäuerlichen Familienbetriebe weiter mit zusätzlichen Belastungen zu konfrontieren, setzen die FREIEN BAUERN auf eine klare Priorität für die heimische Landwirtschaft und den Mittelstand.