Bereits im vergangenen Jahr zeigten wissenschaftliche Studien, dass ein Großteil des Glyphosats in unseren Gewässern offenbar in Kläranlagen entsteht – und zwar aus Wasserenthärtern, wie sie in haushaltsüblichen Waschmitteln enthalten sind. Bei ihren Untersuchungen hatten die Wissenschaftler nämlich festgestellt, dass die Belastung des Wassers über das ganze Jahr hinweg ziemlich konstant war. Deshalb kann sie nicht allein vom Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln auf den Feldern kommen.

Für die Bauern wäre dies ein Grund zum Aufatmen gewesen – wenn die Erkenntnisse denn Konsequenzen gehabt hätten. Doch es geschah nichts. Das seit genau fünf Jahren bestehende Verbot der Anwendung glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel auf landwirtschaftlichen Flächen in Wasserschutzgebieten wurde nicht aufgehoben.

Die FREIEN BAUERN fordern: Hier muss sich schnellstens etwas ändern. Gerade in Zeiten, in denen der Dieselpreis bei 2,50 Euro und mehr liegt, wird deutlich, welche wirtschaftlichen Vorteile der Einsatz von Glyphosat für die Landwirtschaft haben kann. Wird Glyphosat beispielsweise vor der Aussaat eingesetzt, kann der Boden anschließend weniger tief bearbeitet werden. Dadurch lassen sich Arbeitsgänge und insbesondere der Dieselverbrauch reduzieren. Das Einsparpotenzial liegt bei etwa 100 bis 120 Euro pro Hektar – ein erheblicher wirtschaftlicher Vorteil für die landwirtschaftlichen Betriebe.

Eine weitere Forderung in diesem Zusammenhang ist, die Beizung wieder zu ermöglichen. Wenn Saatgut nicht mehr gebeizt werden darf, kann das erhebliche Folgen für die Umwelt, den Energieverbrauch und die Landwirtschaft haben. Für die Bauern ist die Beizung besonders sinnvoll, weil dabei nur eine geringe Menge an Wirkstoffen eingesetzt wird und trotzdem ein großer Schutz für die Pflanzen erreicht werden kann.

Angesichts der durch die Kriegssituation gestiegenen Energiepreise wird außerdem eine Entlastung der Landwirtschaft bei den Spritkosten gefordert. Konkret geht es um Agrardiesel ohne den bürokratischen Aufwand der Rückvergütung und zu Preisen, die dem europäischen Durchschnitt entsprechen.

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