In puncto Gewässerverschmutzung stehen die Landwirte seit Jahrzehnten als Umweltsünder da – ein Pauschalurteil, dem kaum beizukommen ist. Stereotyp werden Stickstoff- und Phosphoreinträge aus der Landwirtschaft als eine der Hauptbelastungen der Gewässer genannt. Neue Nahrung erhielt nun dieses Klischee, als während der sommerlichen Trockenzeit vielerorts die Flüsse so wenig Wasser wie selten zuvor führten. In Verbindung mit hohen Temperaturen kann dies schnell zu ökologischen Problemen führen.

Dabei weisen die öffentlichen Kläranlagen in Deutschland etliche Mängel auf. Es ist kein Geheimnis, dass viele Kläranlage bis 2045 technisch auf den neuesten Stand gebracht werden müssen – etwa durch eine vierte Reinigungsstufe.

Aber ist eine technische Aufrüstung der Anlagen ausreichend, wenn Deutschlands Bevölkerung unkalkulierbar weiterwächst? Müsste nicht insgesamt mit mehr Weitblick vorgegangen werden?

Seit 1990 wanderten netto 11,4 Millionen Menschen aus dem Ausland zu, deshalb wuchs die deutsche Bevölkerung trotz sinkender Geburtenzahlen. In den Jahren 2015 und 2016 war die Nettozuwanderung nach Deutschland besonders hoch, ebenso 2022. Doch das Problem ist weniger, dass Flüchtlinge nach Deutschland hereingelassen werden, sondern dass die Infrastruktur die zusätzliche Zahl an Menschen kaum bewältigen kann. Und sich die Politik nicht kümmert.

Ein Beispiel: Ein Dorf in Oberbayern, 4.500 Einwohner. Im Gewerbegebiet des Ortes wurde eine Notunterkunft für 270 Flüchtlinge eingerichtet. Von Beginn an war die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung nicht geklärt. Durch den Zuzug erhöhte sich der Wasserverbrauch der Gemeinde, es musste Wasser aus der nächstgrößeren Stadt dazugekauft werden.
Vor Kurzem wurde in dem Dorf eine neue Kläranlage gebaut – finanziert über Verbesserungsbeiträge, die von den Grundstückseigentümern zu tragen sind. Kosten: 7,5 Millionen Euro, umgelegt auf 900 Einwohner. Fazit der Dorf-Einwohner: Die Politik schafft Unterkünfte, aber die dadurch entstehenden Probleme und Kosten werden auf die Menschen vor Ort abgewälzt.

Die FREIEN BAUERN sagen:
Die Politik trägt die Verantwortung dafür, dass Bevölkerungsentwicklung und vorhandene Infrastruktur miteinander in Einklang stehen. Die Kosten für notwendige Anpassungen dürfen nicht einseitig auf die Bürger abgewälzt werden – weder vor Ort noch durch zusätzliche Auflagen für die Landwirtschaft.
Es kann nicht der richtige Weg sein, die Landwirtschaft durch immer neue Verschärfungen der Düngeverordnung und zusätzliche gesetzliche Vorgaben weiter in die Pflicht zu nehmen, ohne die fachlichen Grundlagen und die tatsächlichen Zusammenhänge ausreichend zu berücksichtigen.

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