Brasilien legt in puncto Rinderexport nach: Im Bundesstaat Rio Grande do Sul entsteht eine Großanlage mit bis zu 22.000 Tieren, die in alle Welt verschifft werden. Es ist eine Export-Maschinerie: Auf dem Gelände der Fazenda Sentinela gibt es 110 Warte- und Treibbereiche und kilometerlange Futtertröge. Die Schiffsreisen – hauptsächlich in den Fernen Osten – dauern bis zu 30 Tagen.
Erst kürzlich hatten die FREIEN BAUERN die Umstände von langen Tiertransporten angeprangert: Rinder, Schafe und Ziegen werden auf diesen Reisen nicht fachgerecht versorgt, sie leiden unter den Bedingungen, nicht wenige sterben während der Reise. Aber Lebend-Tiertransporte sind ein florierendes Geschäft, weil sie billiger sind als die Fracht von Fleisch, das in speziellen Kühltransportern befördert werden muss.
Weiterhin scheint die Aufdeckung, dass Brasilien in der Rindermast Antibiotika und Hormone einsetzt, keine nennenswerte Folgen zu haben. In der EU ist der Einsatz des Wirkstoffs Monensin, mit dem Rinder in dem südamerikanischen Land gefüttert werden, als Leistungssteigerer seit zwanzig Jahren verboten.
Die FREIEN BAUERN fordern, dass für alle Länder die gleichen Regeln gelten müssen – daher sollte der EU-Markt ab sofort für brasilianisches Rindfleisch geschlossen werden. Alles andere wäre unfair gegenüber den heimischen Bauern und ein Risiko für die Verbraucher. Wenn Brasilien auf Quantität in der Rinderzucht setzt, dann muss Europa umso mehr auf Qualität achten!