Ist es ein Fall von Negativ-PR? Der Versuch, durch einen Aufreger Aufmerksamkeit für die eigene Marke oder Organisation zu erzeugen?
Das wäre zumindest eine wohlwollende Erklärung für das, was sich die DLG derzeit auf den Feldtagen (16. bis 18. Juni) in Bernburg leistet: Die Tierschutzorganisation PETA, die seit Jahren scharfe Kritik an der Nutztierhaltung übt und immer wieder Landwirte angeht, präsentiert sich dort mit einem Stand in der Zelthalle und darf Messebesucher über bio-vegane, tierfreie Landwirtschaft informieren.
Julia Weibel, Fachreferentin bei PETA und am Messestand vertreten, formuliert ihre Überzeugung so: „Eine tierfreie Landwirtschaft schützt nicht nur jährlich Millionen von empfindsamen Lebewesen vor Ausbeutung und Tod. Sie schafft auch ein System, in dem ressourceschonend sowie im Einklang mit der Natur gewirtschaftet werden kann.“
Damit wird der Ausstieg aus der Tierhaltung ausgerechnet auf einer Agrarmesse propagiert, zu der alle zwei Jahre rund 17.000 Fachbesucher – überwiegend Landwirte – zusammenkommen. Christian Lohmeyer spricht in diesem Zusammenhang vom „Feind im Bett“.
Es ist nicht das erste Mal, dass die DLG mit Ausstellern oder Themen für starke Irritationen in der Landwirtschaft sorgt. Die FREIEN BAUERN bemängelten bereits auf der EuroTier 2024 eine „Propagandashow für Laborfleisch, Genmilch und Fabrikgemüse“ – und warnten, dass ein solcher Auftritt massiv den Interessen der Landwirtschaft schade.
Die PETA-Aktion in diesem Jahr hat zahlreiche Bauern empört oder fassungslos gemacht. Insofern ist die Interpretation einer gezielten Erzeugung negativer Aufmerksamkeit keineswegs abwegig. Sollte dies die Absicht gewesen sein, wäre die Negativ-PR ein voller Erfolg gewesen.