Die FREIEN BAUERN in Sachsen-Anhalt diskutierten agrarpolitische Themen mit dem AfD-Landtagsabgeordneten Daniel Roi

Für die AfD in Sachsen-Anhalt scheint es derzeit gut zu laufen: In den neuesten Umfragewerten liegt sie fast doppelt so stark wie die CDU. Für ein Gespräch mit den FREIEN BAUERN zeigten sich die „Blauen“ offen - vor wenigen Wochen trafen Bundessprecher Alfons Wolff und Petra Wolter-Klußmann mit dem AfD-Landtagsabgeordneten Daniel Roi zusammen, der ein studierter Agrarwissenschaftler ist.
Bei einem gesonderten Fototermin übergab Alfons Wolff dem AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund die Wahlprüfsteine der FREIEN BAUERN.

Falls die AfD in Sachsen-Anhalt in Regierungsverantwortung kommt, sollen die Bereiche Landwirtschaft und Umwelt wieder in einem Ministerium gebündelt werden, um dort effektiver und zielorientierter arbeiten zu können, sagte Daniel Roi im Gespräch. Bei der Besetzung der Ministerien soll fachliche Kompetenz das entscheidende Kriterium sein.
Die Einflussmöglichkeiten auf die von der EU vorgegebenen Regelungen, die anschließend in nationales Recht umgesetzt werden müssen, schätzte der AfD-Landtagsabgeordneten derzeit als gering ein. Er verwies darauf, dass die Zuständigkeit dafür in erster Linie beim Bund liege und zunächst dort ein Umdenken stattfinden müsse. Nichtsdestotrotz würden bereits heute über Ausschüsse und Arbeitsgruppen, in denen er selbst mitwirkt, neue Denkansätze in die Bundespolitik eingebracht.


Herr Roi bestätigte die Ausführungen von Alfons Wolff, dass es für die Struktur der Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt wichtig sei, familiengeführte landwirtschaftliche Betriebe zu erhalten und zu unterstützen. Eine Entwicklung hin zu großen Agrarholdings oder anderen Gesellschaftsformen wie GmbH & Co. KGs gelte es zu verhindern. Dies sei auch mit Blick darauf wichtig, eine Monopolstellung einiger weniger Großbetriebe zu vermeiden, wie sie im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) bereits entstanden sei.
Bei Flächenkäufen wird künftig ein Grunderwerbsteuersatz von 2,5 Prozent angestrebt. Da die Grunderwerbsteuer in die Zuständigkeit der einzelnen Bundesländer fällt, wäre hier eine unkomplizierte Änderung möglich. Auch im Hinblick auf die bislang grunderwerbsteuerfreien Share Deals soll für mehr Gerechtigkeit gesorgt werden, so Daniel Roi. Darüber hinaus soll ein Agrarflächenschutzgesetz auf den Weg gebracht werden. In diesem Zusammenhang führte Alfons Wolff auch den Wunsch nach einer Höferolle für Sachsen-Anhalt an.

In Bezug auf die erneuerbaren Energien ist die AfD technologieoffen, eine Subventionierung lehnt sie jedoch ab. Der Bau von Freiflächen-Photovoltaikanlagen oder Windrädern soll allein eine unternehmerische bzw. betriebswirtschaftliche Entscheidung sein. Die momentane Situation bei den Biogasanlagen zeige, wohin subventionsgesteuerte betriebliche Investitionen führen können.
Alfons Wolff stellte noch einmal heraus, dass das derzeitige Interesse der Landwirtschaft etwa an Windrädern aus der Not heraus entstanden sei. Mit der Urproduktion von Lebensmitteln, der eigentlichen Aufgabe der Landwirtschaft, sei derzeit kein auskömmliches Wirtschaften möglich. Als Ursachen wurden hierfür falsche Rahmenbedingungen und Handelsabkommen genannt.

Hinweis: Die FREIEN BAUERN als Interessenvertretung der bäuerlichen Familienbetriebe haben vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 nicht nur Wahlprüfsteine an alle Spitzenkandidaten der großen Parteien versandt, sondern überdies Gespräche mit den agrarpolitischen Sprechern von CDU, SPD, AfD und den Grünen geführt. Die protokollierten Gespräche erscheinen nacheinander.

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