Die FREIEN BAUERN in Sachsen-Anhalt diskutierten agrarpolitische Themen mit der Landtagsabgeordneten Dorothea Frederking von Bündnis 90/Die Grünen

Die Grünen in Sachsen-Anhalt haben das Ziel, wieder in den Landtag einzuziehen und - so Landtagsabgeordnete Dorothea Frederking - der Landwirtschaft eine Stimme für ihre vielfältigen Herausforderungen zu geben. Im Vorfeld der Wahl stimmte sie einem Gespräch mit den FREIEN BAUERN zu. Bundessprecher Alfons Wolff und Petra Wolter-Klußmann trafen Dorothea Frederking, die seit 15 Jahren die agrarpolitische Sprecherin der Grünen ist, in Magdeburg. In Fragen der Landwirtschaft bestand dabei nicht nur bei den Zielen, sondern teilweise auch bei der Vorgehensweise Einigkeit zwischen den Gesprächspartnern.

So fanden sich etwa bei der Herstellung von Biotopverbünden und bei der Umsetzung der WVO gemeinsame Positionen. Einigkeit bestand zudem darin, dass die Eigentumsrechte gewahrt bleiben müssen und es zu keiner kalten Enteignung kommen darf. Wichtig sei außerdem, bei der Ankündigung von Vorhaben eine präzise Wortwahl zu verwenden. Es müsse klar erkennbar sein, ob es sich um eine freiwillige Maßnahme oder um eine gesetzliche Verpflichtung handelt, damit nicht der Eindruck entsteht, es solle eine weitere Verpflichtung geschaffen werden. Alfons Wolff ergänzte, dass bei vielen Landwirten der Eindruck entstehe, dass mit der Umsetzung einer Maßnahme sogleich die Forderung nach der nächsten aufkomme.

Dorothea Frederking zeigte Verständnis für die Herausforderungen, mit denen die Landwirte im Alltag konfrontiert sind – vom Klimawandel bis hin zu aus ihrer Sicht teilweise praxisfernen Kontrollvorgaben. Thematisiert wurden weiterhin die Auswirkungen von Freihandelsabkommen und die unzureichenden Kontrollen importierter Lebensmittel, die unter niedrigeren Standards produziert werden.
Angesprochen wurden zudem das Höfesterben, fehlende Absatzmärkte etwa für Leguminosen, und der dadurch unwirtschaftliche Anbau sowie die Beweislastumkehr und die Praxis der Betriebskontrollen. Zur Sprache kam außerdem die aus Sicht der FREIEN BAUERN unzureichende Bereitschaft der Umweltbehörden zu einer gewinnbringenden Zusammenarbeit.

Es wurde von beiden Seiten festgestellt, dass ein Agrarstrukturgesetz endlich auf den Weg gebracht werden müsse. Ziel müsse es sein, familiengeführte Betriebe zu stärken und sogenannte Share Deals zu regulieren sowie der Grunderwerbsteuerpflicht zu unterwerfen. Boden gehört in die Hände derjenigen, die ihn bewirtschaften und die einen persönlichen Bezug zum Boden haben.

Im Hinblick auf praxistaugliche Lösungen für eine bessere Wasserhaltung im Boden, die Überarbeitung der Dünge-Verordnung und die Tierhaltungskennzeichnung bestand Einigkeit darüber, dass die Bearbeitung dieser Themen durch die derzeitige Landesregierung in Verbindung mit den dominanten landwirtschaftlichen Verbänden ausgebremst worden sei.

Als Erfolg bewertete Frau Frederking ihren Einsatz für den Bereich
Agroforst. Letztlich konnte durch ihr engagiertes Mittun erreicht werden, dass die betreffenden Flächen ihren Ackerstatus behalten und weiterhin in vollem Umfang für die Flächenprämie berücksichtigt werden.

Hinweis: Die FREIEN BAUERN als Interessenvertretung der bäuerlichen Familienbetriebe haben vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 nicht nur Wahlprüfsteine an alle Spitzenkandidaten der großen Parteien versandt, sondern überdies Gespräche mit den agrarpolitischen Sprechern von CDU, SPD, AfD und den Grünen geführt. Die protokollierten Gespräche erscheinen nacheinander.

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