Seit Mai 2022 haben die FREIEN BAUERN auch einen Landesverband in Baden-Württemberg. Mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche wird im „Ländle“ als Ackerland genutzt, vor allem für den Anbau von Getreide. Daneben bildet der Wein- und Obstbau einen wichtigen Schwerpunkt. Insgesamt erwirtschaftet die baden-württembergische Landwirtschaft jährlich Verkaufserlöse von rund 3,6 Milliarden Euro – tierische Produkte machen davon gut fünfzig Prozent aus. Die durchschnittliche Betriebsgröße liegt mit 37 Hektar deutlich unter dem Bundesdurchschnitt - dennoch ist die Landwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
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Am 8. März war Landtagswahl in Baden-Württemberg. Die Grünen haben mit etwas über 30 Prozent der Stimmen einen Überraschungssieg vor der CDU eingefahren. Cem Özdemir folgt als Ministerpräsident auf seinen grünen Parteikollegen Winfried Kretschmann.
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Die FREIEN BAUERN Baden-Württemberg haben ihr Bedauern darüber geäußert, dass der von der FDP-Landtagsfraktion eingebrachte Antrag zur Einführung der Höfeordnung von den Regierungsfraktionen komplett abgelehnt wurde, statt das wichtige Thema des Generationswechsels auf den Landwirtschaftsbetrieben zumindest vertieft zu diskutieren. „Wir danken insbesondere dem Abgeordneten Georg Heitlinger dafür, dass er mit diesem Antrag deutlich gemacht hat, dass unsere jungen Hofnachfolger gerade in der aktuellen schwierigen Lage der Landwirtschaft ein modernes Erbrecht brauchen, das ihnen den Weg freimacht und keine jahrelangen Belastungen aufbürdet“, sagte Thomas Frenk, Landessprecher der FREIEN BAUERN, der die Initiative bei einem Meinungsaustausch mit der FDP-Fraktion vor einem Jahr angeregt hatte. Die Liberalen hätten sich mit den Vorteilen der Höfeordnung intensiv befasst und einen guten Antrag formuliert, würdigt der 47jährige Milchviehhalter aus dem badischen Nonnenweier: „Trotz der Ablehnung ist die Diskussion damit erstmals in einem südwestdeutschen Bundesland eröffnet und kann von einer agrarfreundlicheren Landesregierung wieder aufgegriffen werden.“ Nachwuchsförderung dürfe kein bloßes Lippenbekenntnis bleiben, sondern müsse sich in konkreten Maßnahmen wiederfinden.
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Die FREIEN BAUERN haben jetzt auch eine Landesvertretung in Baden-Württemberg: Landessprecher wurde der 44jährige Thomas Frenk, Ackerbauer und Milchviehhalter mit Direktvermarktung aus Nonnenweier am Oberrhein, sein Stellvertreter der 41jährige Anton Abele, Schweinemäster und Biogasanlagenbetreiber aus Tannhausen am Ostrand der Schwäbischen Alb. Weitere Mitglieder der Landesvertretung sind Markus Federolf, Milchviehhalter aus Kleinhirschbach in Hohenlohe, Christine Knobloch-Hiller, Milchviehhalterin aus Stuttgart-Degerloch und Andreas Schmid, Ackerbauer und Mutterkuhhalter aus Karlsruhe-Maxau. Baden-Württemberg ist damit neben Niedersachsen und Brandenburg das dritte Bundesland, in dem die FREIEN BAUERN auf Landesebene organisiert sind. „Mit rund 120 Mitgliedern sind wir zwar eine relativ kleine Landesgruppe, aber es hat sich ein gutes Team zusammengefunden, und das ist für die politische Arbeit das Entscheidende“, freut sich Frenk. Alle Aktiven haben sich früher in der Protestbewegung LSV engagiert, sagt Frenk, der selber bei den beiden großen Demonstrationen im Herbst 2019 Ansprechpartner für die regionale Presse war: „Aber nur demonstrieren reicht nicht, wir wünschen uns doch alle eine konstruktive Berufsvertretung, die geradeaus für unsere bäuerlichen Interessen eintritt und nicht herumlaviert und kuschelt mit Bauernverband, Parteipolitik und Agrobusiness.“ Noch im März wird ein Gespräch mit dem grünen Verkehrsminister Winfried Hermann geführt, der einen Mitgliedsbetrieb besucht. Im April und Mai will die neue Landesvertretung Kontakt mit Agrarpolitikern verschiedener Parteien aufnehmen und den notwendigen Vorrang einer intensiven landwirtschaftlichen Produktion gegen Häuser- und Straßenbau, Naturschutz und Flächenstillegung deutlich machen, die nach Auffassung der FREIEN BAUERN gerade in Baden-Württemberg Überhand genommen haben.
