FREIE BAUERN zum Hamburger Hafen: Wer die Landwirtschaft stillegen will, muss damit rechnen, selber stillgelegt zu werden

Altenwerder Hauptdeich heute Nacht: nichts geht mehr ohne die LandwirtschaftAltenwerder Hauptdeich heute Nacht: nichts geht mehr ohne die LandwirtschaftDie FREIEN BAUERN, Interessenvertretung der bäuerlichen Familienbetriebe in Deutschland, haben die Blockade der wichtigsten Zufahrten zum Hamburger Hafen durch eine Gruppe von Demonstranten als „mutiges Signal für unsere heimische Landwirtschaft und eine sichere Lebensmittelversorgung“ bezeichnet. „Ich habe allerhöchsten Respekt vor den Berufskollegen, die mit dieser ebenso überraschenden wie aussagekräftigen Protestaktion zeigen, wie angreifbar der Agrarimport aus fernen Ländern ist“, sagte Peter Guhl von der Bundesvertretung der FREIEN BAUERN, der seit Montag nachmittag an der Köhlbrandbrücke ausharrt: „Wir sehen uns seit Jahren mit einer Politik konfrontiert, die unsere heimische Landwirtschaft ausbremsen und stillegen will – dieser Politik halten die beteiligten Bauern hier in überdeutlicher Weise den Spiegel vor, und das finde ich großartig.“ Längst gehe es nicht mehr nur um die von der Bundesregierung geplanten Steuererhöhungen, argumentiert der 58jähige Milchviehhalter aus dem mecklenburgischen Vorderhagen: „Wir verlangen ein grundlegendes Umsteuern in der Agrarpolitik, das unseren Höfen faire Rahmenbedingungen für die Zukunft sichert.“

Die Forderung der Demonstranten, Bundeskanzler Olaf Scholz oder Finanzminister Christian Lindner mögen am Hamburger Hafen auftauchen und mit ihnen in einen echten Dialog treten, hält Guhl deshalb für vollauf berechtigt: „Diese Bundesregierung hat, früheren Ankündigungen zum Trotz, Freihandelsabkommen mit Kanada und Neuseeland abgeschlossen, sie hat Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten und Chile und damit dem Import riesiger Mengen Rindfleisch und Zucker vorbereitet, sie hat den EU-Markt für billiges ukrainisches Getreide geöffnet und damit einen massiven Preisverfall verursacht, über all das müssen wir reden.“ Die FREIEN BAUERN hatten seit Beginn der Proteste gefordert, den Preisdruck durch Importe und Monopole zu verringern und praxisferne Auflagen bei Düngung, Pflanzenschutz und Nutztierhaltung zurückzunehmen, so Guhl: „Es gibt nur zwei Parameter für erfolgreiche Agrarpolitik: eine hohe Selbstversorgung mit Lebensmitteln und viele tüchtige Bauernfamilien, die ihre eigenen Höfe bewirtschaften.“ Landwirtschaft sei die Grundlage der Wirtschaft – wenn Hamburg Deutschlands Tor zu Welt bleiben wolle, dürften man nicht zulassen, dass drumherum die Hoftore geschlossen werden.

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