Bilder eines Frachters, der mit Tausenden Rindern aus Uruguay beladen war und aufgrund fehlender Entladegenehmigung vor der türkischen Küste ausharren musste, gingen im vergangenen November um die Welt. Im Innern des Schiffes litten die Tiere unter dem langen Transport und der schlechten Versorgungslage, sie standen über Wochen in ihren eigenen Exkrementen, waren verletzt, krank. Viele der Kühe an Bord waren im trächtigen Zustand verladen worden, während der monatelangen Reise wurden weit über hundert Kälber geboren. Sie starben oder verschwanden. (Link zum Beitrag)
Das ist nur ein Beispiel für ein leider florierendes Geschäft: Lebende Tiere, insbesondere Rinder, Schafe und Ziegen, werden um die halbe Welt verfrachtet, um im Bestimmungsland geschlachtet zu werden. Das ist in der Regel billiger ist als der Transport von Fleisch, das in speziellen Kühltransportern befördert werden muss.
Die Schieflage ist offensichtlich: Während deutsche Betriebe strenge Auflagen erfüllen müssen, werden gleichzeitig Produkte importiert, die unter deutlich niedrigeren Tierwohl- und Sozialstandards erzeugt wurden. Das wird als fairer Wettbewerb dargestellt – ist aber organisierte Wettbewerbsverzerrung.
Die Haltung der FREIEN BAUERN ist:
1. Freihandel nur bei gleichen Standards
Ein fairer Handel kann nur existieren, wenn für alle die gleichen sozialen und
tierwohlbezogenen Regeln gelten. Alles andere zerstört unsere heimischen bäuerlichen Betriebe.
2. Keine Lebendtiertransporte über lange Strecken - weltweit
Wer Tiere über Kontinente transportiert, nimmt Leid und Verluste bewusst in Kauf.
3. Regionale Erzeugung statt globaler Verlagerung
Lebensmittel gehören in regionale Kreisläufe – nicht in anonyme Weltmärkte.
4. Konsequente Herkunftskennzeichnung
Verbraucher müssen sehen können, unter welchen Bedingungen produziert wurde – sowohl im In- als auch im Ausland.
Fazit: Jüngst wurde von der EU ein Freihandelsabkommen nach dem anderen abgeschlossen: Mit Südamerika, mit Indien, mit Australien. Doch das Tierleid ist die Rückseite einer Medaille genannt Freihandel, deren glänzende Vorderseite den reibungslosen globalen Austausch zeigt, bei dem Waren von einem Land ins andere transportiert werden. Wer Tierwohl und faire Bedingungen wirklich ernst nimmt, muss den globalen Handel neu ordnen – oder klar begrenzen. Denn lebende Tiere sind keine Ware.