Nur aufgeschoben, leider nicht aufgehoben: Die Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens zwischen der EU und mehreren südamerikanischen Staaten war für Mitte Dezember 2025 vorgesehen, wurde jedoch kurzfristig auf Januar verschoben. Mehrere EU-Staaten hatten sich skeptisch zu dem Deal geäußert oder wollten ihn sogar ablehnen.
Bevor es in wenigen Tagen einen neuen Anlauf in Sachen Mercosur gibt, hat der LsV Mecklenburg-Vorpommern zu einer Protestaktion aufgerufen. Die FREIEN BAUERN unterstützen die Initiative und rufen ihre Mitglieder und alle anderen Bauern zur Teilnahme auf.
Der Forderungskatalog zur Herstellung fairer Bedingungen für die bäuerliche Landwirtschaft ist lang. Bei den bevorstehenden Aktionen geht es insbesondere um die zwei Schwerpunkte Mercosur und die Besteuerung von CO2-Emmsissionen. Dazu haben die FREIEN BAUERN eine unmissverständliche Haltung:
NIEMALS werden wir das Freihandelsabkommen mit den MERCOSUR Staaten akzeptieren. Weil es unfair ist, unsere heimische Landwirtschaft einer Konkurrenz auszusetzen, die aufgrund schlechterer sozialer und ökologischer Standards billiger produzieren kann und ihre Überschüsse um jeden Preis in den europäischen Markt drücken möchte. Weil es unverantwortlich ist, die sichere Versorgung mit heimischen Lebensmitteln aufs Spiel zu setzen durch Agrarimporte vom anderen Ende der Welt.
Wir warnen Ursula von der Leyen, das Abkommen zu unterzeichnen. Wir kündigen Friedrich Merz unseren entschiedenen Widerstand gegen eine Ratifizierung durch den Bundestag an. Sollte das Abkommen Wirksamkeit erlangen, werden wir nicht ruhen, bis Deutschland wieder aus dem Abkommen ausgetreten ist, auf welche Weise auch immer.
Der lokale CO2-Ablasshandel führt logischerweise nur in fiktiven Modellrechnungen zu einer Abschwächung der globalen Erwärmung. Vielmehr schwächt er die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft durch steigende Energiepreise. Wir Bauern lehnen es strikt ab, auch in Zukunft über sinkende Erlöse für unsere hervorragenden Produkte als Bremse für die daraus zwangsläufig resultierende Inflation herzuhalten!
Als Zeichen des Protestes und zur Einforderung fairer Wettbewerbsbedingungen im internationalen Handel finden an zahlreichen Autobahnauffahrten in Mecklenburg-Vorpommern am 8. Januar 2026 zwischen 7 und 17 Uhr Versammlungen statt (Genehmigungen liegen vor). Mit erheblichen Verkehrsbehinderungen ist zu rechnen. Zudem wird Agrarminister Dr. Till Backhaus ein Aktionspapier übergeben, mit weiteren politisch Verantwortlichen werden Gespräche eingefordert.
Für den Fall einer weiterhin wirtschaftsfeindlichen Verweigerungshaltung bereiten die Protestierenden bereits weitere Aktionen für die folgenden Tage vor.
Andere Bundesländer könnten sich dem Protest von LsV MV und FREIEN BAUERN spontan anschließen – je mehr Landwirte auf die Straße gehen, desto stärker das Signal!
Pressekontakt für den Protest am 8. Januar 2026 - Peter Guhl
mobil: 0162-7182278 / E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!