Die Floskel „Bürokratieabbau“ ist reine Stimmungsmache

Das Jahr 2025 war das große Jahr des Bürokratieabbaus in der Landwirtschaft – zumindest rhetorisch. 

In seiner ersten Rede als Bundeslandwirtschaftsminister versprach Alois Rainer im vergangenen Mai, dass er mit einem Kurswechsel in der Landwirtschaftspolitik insbesondere den Abbau unnötiger Bürokratie und mehr Planungssicherheit anstrebe. Einige Monate später, im November, freute sich EU-Landwirtschaftskommissar Christophe Hansen bei der Einigung über das Paket zur Vereinfachung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für die Bauern, indem er sagte: „Es war an der Zeit, den bürokratischen Aufwand zu reduzieren und ihnen zu ermöglichen, sich auf das zu konzentrieren, was sie am besten können: unsere Lebensmittel produzieren.“

Doch anstatt Bürokratieabbau zu liefern, türmen sich immer neue Regeln, Formulare und Kosten auf. Zusätzliche Hürden bei Pflanzenschutz, Düngung und Aussaat stehen im Widerspruch zu den vollmundigen Versprechen einer Entbürokratisierung. So wachsen Jahr für Jahr die administrativen Auflagen weiter, ohne dass deren praktischer Nutzen für die Betriebe erkennbar wäre.

Für erneuten Frust unter den Landwirten sorgte kürzlich die Ankündigung, dass die EU die Aussaat chemisch gebeizten Saatguts künftig als Pflanzenschutzmaßnahme einstufen will. Auf landwirtschaftliche Betriebe kämen damit weitere Auflagen zu – bis hin zu verpflichtenden Schulungen.

Es erscheint widersinnig, dass hochqualifizierte Landwirte erneut die Schulbank drücken sollen, um das zu lernen, was sie längst wissen.

 Die FREIEN BAUERN meinen: Der praktische Mehrwert ist fraglich – profitieren dürfte vor allem der Verwaltungsapparat, der sich durch ständig neue Erlasse legitimiert. Die Floskel „Bürokratieabbau“ erweist sich als reine Stimmungsmache, denn eine spürbare Entlastung für die landwirtschaftlichen Betriebe bleibt aus.

 

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