„Big Brother is watching you“ … Was George Orwell in den 1940er-Jahren in seinem berühmten Roman „1984“ als Zukunftsszenario entwarf, ist für deutsche Landwirte im Jahre 2026 längst Realität geworden.
Big Brother steht bei Orwell als Synonym für einen Staat, der alles bis ins kleinste Detail kontrolliert. Ein Blick auf die zum Jahresbeginn in Kraft getretene EU-Verordnung 2023/564 für Pflanzenschutzanwender genügt: Die minutiösen Vorgaben, wie der Pflanzenschutz gehandhabt werden soll, erinnern frappierend an die durchreglementierte Arbeitswelt in Orwells Science-Fiction-Roman.
So müssen für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln je Anwendung schriftlich Angaben gemacht werden, die in insgesamt neun Punkten aufgelistet sind: Neben dem Namen des Pflanzenschutzmittels dessen Zulassungsnummer, Datum und sogar noch die genaue Uhrzeit der Anwendung, die Aufwandmenge je Flächeneinheit, der Zweck der Anwendung und so weiter. Zudem ist vorgeschrieben, dass diese Aufzeichnungen aufbewahrt werden müssen – in Deutschland häufig über mehrere Jahre hinweg.
Die FREIEN BAUERN meinen: Was als Regulierung verkauft wird, wirkt in der Praxis wie Misstrauen per Verordnung. Statt unternehmerischer Freiheit und fachlicher Verantwortung dominiert ein Kontrollregime, das Landwirte zu Verwaltern ihrer eigenen Arbeit macht. Erstaunlicherweise trifft diese strenge Behördenpraxis vorrangig deutsche Bauern und Produkte „made in Germany“, während Importware davon weitgehend unberührt bleibt. Das ist eine gravierende Wettbewerbsverzerrung.