Die Naturwiederherstellungsverordnung ist eine reine Kopfgeburt

Der Countdown zur Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung (WVO) läuft: Bis September muss die Bundesregierung einen ersten Entwurf ihres Nationalen Wiederherstellungsplans (NWP) vorlegen. Doch es gibt Widerstand aus den Bundesländern: Bayern drängt auf ein Aus oder zumindest auf eine grundlegende Überarbeitung des EU-Renaturierungsgesetzes. Bereits im vergangenen Jahr forderten Landwirtschaftsminister aus neun Bundesländern in einem Brief an die Europäische Kommission die Abschaffung der Verordnung.

Denn es sind da noch viele, viele offene Fragen: An erster Stelle, was die Finanzierung angeht. Zunächst ist die EU ihrerseits nicht der Verpflichtung nachgekommen, bis Mitte August 2025 einen Finanzplan zu präsentieren. Nun zeigt ein geleaktes EU-Dokument, dass es am fehlenden Geld liegen könnte: Der jährliche Finanzierungsbedarf für die Realisierung der Verordnung bewegt sich zwischen 11,8 und 13,1 Milliarden Euro. Derzeit stünden dafür aber nur etwa 9,4 Milliarden Euro aus EU- und nationalen Mitteln zur Verfügung. Was bedeutet: Es sind rund 3,7 Milliarden Euro pro Jahr zu wenig da. 

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Big Brother überwacht den Acker

„Big Brother is watching you“ … Was George Orwell in den 1940er-Jahren in seinem berühmten Roman „1984“ als Zukunftsszenario entwarf, ist für deutsche Landwirte im Jahre 2026 längst Realität geworden.

Big Brother steht bei Orwell als Synonym für einen Staat, der alles bis ins kleinste Detail kontrolliert. Ein Blick auf die zum Jahresbeginn in Kraft getretene EU-Verordnung 2023/564 für Pflanzenschutzanwender genügt: Die minutiösen Vorgaben, wie der Pflanzenschutz gehandhabt werden soll, erinnern frappierend an die durchreglementierte Arbeitswelt in Orwells Science-Fiction-Roman.

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Wasserschutz = wenn Landwirtschaft und Wasserwirtschaft kooperieren

Unsere Gewässer sind mitunter stark mit Mikroschadstoffen belastet. Doch wer verursacht diese Verschmutzung? Seit vielen Jahren geht der Umweltgeologe Prof. Dr. Tobias Licha von der Ruhr-Universität Bochum dieser Frage mithilfe moderner Umweltforensik nach. Mitte Februar hielt er auf Einladung von Georg Straller (FREIE BAUERN) im bayerischen Ebermannsdorf einen Vortrag mit dem Titel: „Wasserschutz ist Bauernschutz – welchen Beitrag liefert die Landwirtschaft zu sauberem Wasser?“

Herr Prof. Licha, der Titel irritiert, schließlich wird beim Thema Gewässserverschmutzung stets mit dem Finger auf die Bauern gezeigt …

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Der Ausverkauf der Welt, Teil II

Eine gerade veröffentlichte Studie verdeutlicht, dass sich die globale Lebensmittelwirtschaft in einer tiefgreifenden Umbruchsphase befindet. Innerhalb der nächsten 10 Jahre entsteht durch stark verändertes Konsumverhalten, durch Anbau und Verkauf von Lebensmitteln ein Marktvolumen von rund 3,1 Billionen US-Dollar dank innovativen Wachstumsfeldern, die voraussichtlich viermal schneller expandieren als die Gesamtbranche. Ursache für die Veränderungen sind unter anderem der derzeitige Fitness- und Gesundheitsboom wie auch das Bedürfnis vieler Menschen nach schneller und bequemer Lebensmittelversorgung. 

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Raiffeisenverband: Vom Helfer der Bauern zum Marktakteur mit Oligopolstruktur

Wenn in Berlin unter der Leitung von Bundesagrarminister Alois Rainer der „Milchgipfel“ tagt, dann kommen – wie in der letzten Woche - die wichtigsten Vertreter der Branche zusammen. Mit dabei ist immer auch der Deutsche Raiffeisenverband (DRV). Der Dachverband der genossenschaftlich organisierten Unternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft sieht sich selbst – laut Homepage - als „ein Gewinn für alle“.

Tatsächlich sehen das aber nicht alle so: „Das ursprüngliche Ziel, Ware im Interesse der Bauer zu bündeln, gehört längst der Vergangenheit an. Heute steht der Profit im eigenen Raiffeisen-Unternehmen im Fokus. Der Verband hat sich im Laufe der Zeit - wie jeder mittlerweile weiß - immer mehr zu einem Handelsoligopol enormer Größe entwickelt,“ sagt Alfons Josef Wolff, Bundessprecher der FREIEN BAUERN.

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