Faire Regeln für alle: Herkunftskennzeichnung und Importstandards verschärfen

Vor Kurzem meldeten französische Behörden, dass im Sommer Eier mit Antibiotika-Rückständen in Frankreich verkauft wurden – importiert aus der Ukraine und vertrieben von großen Handelsketten. Die FREIEN BAUERN berichteten darüber und warnten zugleich, dass derartige mit Medikamenten belastete Produkte ein erhebliches Gesundheitsrisiko für Verbraucher darstellen (Link hier).

Niemand scheint sich an solchen Tatsachen zu stören – im Gegenteil: Ein neues Abkommen der EU sieht vor, den europäischen Agrarmarkt weiter für ukrainische Produkte wie Geflügel, Eier und Eiweißwaren zu öffnen. Die Einfuhrmenge soll von derzeit 6.000 auf 18.000 Tonnen steigen. Seit zwei Jahrzehnten boomt die ukrainische Geflügelfleischerzeugung: Sie hat sich versiebenfacht, der Marktanteil kletterte von 12 auf fast 57 Prozent. Für die Branche dürfte das Abkommen ein klarer Vorteil sein.

Weiterlesen ...

Gewässerverschmutzung Teil 3 – Kälte macht den Kläranlagen zu schaffen

Nicht immer sind die Bauern schuld … Im Interview mit den FREIEN BAUERN macht der Umweltgeologe Prof. Dr. Tobias Licha von der Ruhr-Universität Bochum deutlich, dass der Einfluss der Landwirtschaft auf die Gewässerqualität aufgrund strenger Vorgaben heute sehr gering ist. (Link hier)
Der Bundessprecher der FREIEN BAUERN, Alfons Josef Wolff, spricht von einer „Verleumdungskampagne“, da die Landwirtschaft seit Jahrzehnten pauschal als Hauptverursacher der Gewässerverschmutzung dargestellt werde.

Die Untersuchungen von Prof. Licha zeigen jedoch, dass häufig ungeklärtes Abwasser aus undichten Kanälen sowie aus Regenrückhaltebecken Probleme bereitet. In den Wintermonaten vergrößern sich diese Probleme mitunter: Denn invielen Kläranlagen ist die Abwassertemperatur aufgrund der Kälte zu niedrig. Die Mikroorganismen, die im Belebtschlamm Schadstoffe abbauen, arbeiten bei Kälte deutlich langsamer. Das führt zu einer verminderten Reinigungsleistung, erhöhten CSB- und BSB-Werten sowie einem verlangsamten Abbau von Nitrit und Nitrat. Zusätzlich können Tauwetter oder Regen auf gefrorenem Boden das System überlasten – mit der Folge einer starken Verdünnung oder sogar Abschwemmung des Belebtschlamms.

Weiterlesen ...

Monopolisierung im Einzelhandel setzt den Agrarsektor unter Druck

Die Marktmacht der Big Player im Lebensmitteleinzelhandel – REWE, Lidl & Co. - hat in vielen Bereichen ein „besorgniserregendes“ Maß angenommen, das zeigt ein neues Gutachten der Monopolkommission. Während die Gewinnmargen der Händler seit über 10 Jahren steigen und steigen, müssen die Verbraucher für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke fast 40 Prozent mehr bezahlen als noch vor fünf Jahren. Bei den Landwirten hingegen kommt von diesem Geld immer weniger an. Konkrete Zahlen verdeutlichen das: Von hundert Euro, die für Lebensmittel ausgegeben werden, bleiben nur wenig mehr als vier Euro für die Landwirtschaft.
Zwar konnten Agrar-Betriebe in einzelnen Jahren kurzfristig deutliche Gewinne erzielen, doch auf lange Sicht haben sie von den Teuerungen bei den Nahrungsmitteln kaum profitiert. 

Weiterlesen ...

Gewässerverschmutzung: Wer wirklich dahintersteckt – Teil 2

Es gibt ein altes Vorurteil, das da lautet: Die Landwirte verschmutzen die Gewässer. Doch die Wissenschaft liefert ein anderes Bild. Mit Hilfe moderner Umweltforensik kommen Forschende den tatsächlichen Verursachern der Verschmutzung auf die Spur. Einer dieser Forscher ist der Umweltgeologe Prof. Dr. Tobias Licha – laut ihm ist der negative Einfluss der Landwirtschaft auf die Wasserqualität aufgrund der strengen Vorgaben heute nur noch sehr gering.
Im Interview mit den FREIEN BAUERN erläutert Prof. Licha von der Ruhr-Universität Bochum, wie er bei seinen Untersuchungen vorgeht und wie bäuerliche Betriebe dadurch entlastet werden.

Weiterlesen ...

Aus für Schlachthof Landshut – und das wahre Problem bleibt bestehen

Rettung ja oder nein – das war am Mittwoch, den 12.11.2025 die Frage, als die Erzeugergemeinschaft (EG) Südbayern über die Zukunft des Schlachthofs Landshut abstimmte. Nun steht fest: Der Schlachthof wird schließen, obwohl gerade in dieser Region das größte Schweineaufkommen Bayerns zu verzeichnen ist. Mit einer Verarbeitungskapazität von bis zu 21.000 Tieren pro Woche ist Landshut, dessen Betrieb noch bis Frühjahr 2026 aufrechterhalten wird, einer der größten und modernsten Schlachtstandorte Bayerns. Es ist davon auszugehen, dass die Schließung gravierende Folgen haben wird: Die Infrastruktur für Schweineerzeuger in Süddeutschland wird geschwächt, Viehhalter müssen ab jetzt längere Transportwege in Kauf nehmen – eine zusätzliche Belastung für Mensch und Tier. Aber das eigentliche Problem sitzt tiefer.

Weiterlesen ...